Das Jahr neigt sich langsam aber sich dem Ende zu. Im Hause Lucasfilm hieß das zuletzt: The Franchise Strikes Back! Und genau das führt in regelmäßigen Abständen zu Diskussionen um das Ausschlachten einer Idee, um Kommerzialisierung und das Entfernen von den Ursprüngen – aber ist das eigentlich wirklich so?

Die Trilogien der Generationen

Klar, Fans werden älter, neue Fans kommen hinzu. Sehverhalten ändert sich, genauso wie die Medien, die Gesellschaft und sowieso alles. Neu ist das nicht. Auch nicht, dass sich jede Generation ihr Refugium schafft, aus dem es leichter erscheint, die Refugien der anderen weniger cool zu finden, als das eigene. Versteht man die klassische Trilogie, die 1977 bis 1983 entstanden ist, als ebensolches, versteht man auch die Fans der ersten Stunde, die mit der Prequel-Trilogie von 1999-2005 wenig anfangen konnten. Die Gründe hat jeder schon in Kneipen, in WG-Küchen oder bei der Planung eines Star Wars-Marathons ausreichend im Freundeskreis erläutert.

In der IMDB Top 250 finden sich alle drei Filme der klassischen Trilogie, mit Das Imperium schlägt zurück (1980) auf Platz 14 sogar ziemlich weit vorne – generell sind die Filme alle in der Top 100 vertreten. Diese Ehre wird weder der Prequel-Trilogie, noch den Filmen der Disney-Ära zuteil. Qualität schien der Quantität zu weichen. Episode VII und VIII stehen in der Top 15 der umsatzstärksten Filme aller Zeiten, mit Rogue One folgt auf Platz 33 gar einer der Anthology-Filme.

Erfolg macht besinnlich

Trotz der überragenden Zahlen: Bob Iger, seines Zeichens Disney-Chef, plant mit dem Franchise eine neue Strategie, wie er Anfang November 2019 bekräftigte. Die 1977 begründete Saga findet mit Episode IX Ende 2019 ihr Ende – das es mit Star Wars trotzdem weitergeht, ist bei den vorab genannten Ergebnissen aber keine große Überraschung. Dass aber vom jährlichen Turnus abgerückt werden soll hingegen schon. Iger selbst gibt zu: Enttäuscht ist man bei Disney mit den Ergebnissen keineswegs. Dennoch soll Star Wars etwas Besonders bleiben, ganz im Sinne von „weniger ist mehr“.

Die Besinnlichkeit mündet auch in gewisser Weise in Innovationen. Mit The Mandalorian wagte sich das Franchise auf das Terrain der Realserien. Auch zu Rogue One und über Obi-Wan Kenobi sollen Serien folgen. Bezüglich Episode IX äußerte J. J. Abrams zuletzt, er wolle mehr wagen, mehr Innovation, als im Fast-Reboot, welches er mit Episode VII brachte. Ob es klappt, sehen wir bald im Kino.

Jedi: Fallen Order (Quelle: EA.com)

Die Macht selbst in der Hand

Raus aus dem Kino, rein in die Streaming-Plattformen: Mit Disney+ gibt es vom Maus-Konzern nun einen eigenen On-Demand-Service, auf dem den Fans neue Inhalte und alte Klassiker geboten werden können. Zugleich kam es aber auch im Bereich Gaming wieder zu einer, wenn man so will, Rückbesinnung. Lange mussten Fans warten, bis sie endlich wieder ein klassisches Single-Player-Game mit Star Wars-Lizenz in der Hand halten konnte. Mit den Battlefront-Spielen erntete der Konzern eher Kritik als Zuspruch.

Nach dem enttäuschenden The Force Unleashed II von 2011 konzentrierte sich das Franchise vor allem auf LEGO-Umsetzungen der Filme sowie auf Online-Schlachten mit wenig Story-Gehalt. Jedi: Fallen Order soll das nun ändern. Erschienen ist es am 15. November und kann perfekt, neben The Mandalorian, die Zeit bis zum Abschluss der Skywalker-Saga überbrücken. Innovativ? Das ist Fallen Order vielleicht nicht, erinnert das Action-Adventure doch zu sehr an Klassiker wie Sekiro, Tomb Raider oder Uncharted. Dennoch, endlich mal wieder selbst das Lichtschwert schwingen – ein Traum, den wohl jede Star Wars-Generation hatte. Und so können vielleicht alle Star Wars-Fans das Jahr 2019 wieder als vereinte Galaktische Republik abschließen.

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