Samstag, Mai 30, 2020
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    Generation Y als Revolution der Gesellschaft

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    Wir kommen in den Kindergarten. Wir spielen, malen, schreien, lachen. Die Freiheit, die wir in jungen Jahren geschenkt bekommen, vergeuden wir mit Unwissenheit. Denn sobald Kinder bewusst Situationen verstehen, greift die Erziehung ein und fesselt sie an Moral, Sitte, Norm, Hemmungen und – das Allerschlimmste – Ängste. Diese Einführung in die Welt der denkenden Menschen nennt sich Schule. Dabei ist es egal, was für eine Pädagogik auf welche Art und Weise dort angewandt oder gelehrt wird. Am Ende wird der Schüler darauf ausgerichtet, gute Noten zu schreiben, um einen guten Abschluss zu bekommen, um die Chance zu haben, einen zukunftsträchtigen Ausbildungsplatz oder gar ein Studienplatz zu bekommen. Und natürlich, auch hier wird wieder nur Fleiß, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen an die Hand gegeben, damit aus den Jugendlichen später mal etwas wird.

    „Was soll denn mal aus dir werden?“, „Glaubst du so, diesen Lebensstandard halten zu können?“, „So funktioniert das Leben aber nicht!“… Wer kennt diese Sprüche im Alter um die 25 bis 30 Jahre nicht? Standardisierte Floskeln der Babyboomer, um uns weiter in den Sog der Befürchtungen zu stürzen, den ihnen ihre Eltern an die Hand gegeben haben.

    Nun ja, zurück zur Karriereleiter. Hat der, die, das Jugendliche dann den Studienabschluss bzw. die Ausbildung abgeschlossen, so sucht es sich einen Job. Natürlich immer unter der Prämisse, sich nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig im Wert vor seinen zukünftigen, potentiellen Arbeitgebern zu verkaufen.

    Jeder Mensch kämpft gegen sich selbst.

    Wo bleibt da noch Zeit für die Entfaltung, für das Bilden der Träume? Wann haben wir Menschen aufgehört, Luftschlösser zu bauen? Vielleicht drehen sich gerade so einige Großeltern im Grabe um oder einige Eltern unterdrücken ein Räuspern, doch durch den Druck der Gesellschaft – Fleiß, Konkurrenz, Alter, Geld etc. – wird doch schon das schwächste Glied in der Nahrungskette darauf abgerichtet, einmal den Selbstanspruch durch den gesellschaftlichen Anspruch zu ersetzen. Die Frage nach dem Individuum ist eine Revolution, welche die Generation Y neu definiert.

    Nicht nur, dass neue Berufsbilder gefunden werden, auch die Veränderung der Arbeitszeit hat sich durch die Generation Y weiterentwickelt und etabliert. Von einer fünf bis sechs Tage-Woche der Babyboomer reduzieren sich die Tage auf drei bis vier, wenn nicht sogar auf „Wann immer ich Lust habe“, da die Generation Y auch neue Modelle entwickelt hat, ihre Arbeit zu erfüllen. Die Digitalisierung und Globalisierung ermöglichen ein modernes Nomadenleben. Auch lebens-philosophische Bücher wie „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky ermutigen die jungen Menschen an den bisherigen Lebensmodellen zu feilen, sie weiter zu entwickeln. Ein Jahr arbeiten, zwei Jahre reisen oder so ähnlich!

    Auch die Zeit für Schönes und Spaßiges ist der Generation Y enorm wichtig. Es ist von großer Bedeutung die Work-Life Balance zu bilden und auf Dauer zu halten. Was die Babyboomer durch stetiges Arbeiten und Fleißigsein verlernt haben – auch mal abzuschalten – holen die „Menschen der Möglichkeiten“ nach. Was auf der einen Seite als faul sein bewertet wird, bringt die Muse zur Veränderung!

    Zudem bildet sich auch in gewisser Weise das Konservative. Dabei geht es nicht darum, dass alte Rollenbilder wiederaufleben, ganz im Gegenteil. Die Generation Y hat angefangen, den Mund auf zu machen, nicht die Klappe zu halten und für die Veränderungen gerade zu stehen. Die Gender-Bewegung, Frauen in Führungspositionen, Männer im Vaterschaftsurlaub und die endlich erlaubte Homo-Ehe in vielen westlichen Ländern haben die bedingungslose Hinterfragung des „Normalen“ hervorgerufen. Es war möglich, alles zu haben. Das Moderne, die Tradition, der Wandel. Doch dadurch wurden auch vergessene Werte oder Momente wiederentdeckt. Eine Bereitschaft für freies Denken und eine Erlaubnis, jeden und alles zu nehmen wie es ist, schafft für die folgenden Generationen eine Erleichterung im Leben.

    Es bleibt spannend, was diese Philosophie der Generation Y für die Zukunft bedeuten wird. Die teilweise formulierten Ängste könnten sich für die Zukunft bewahrheiten oder wie eine Seifenblase zerplatzen. Die politische Bewegung ist auf vielen Ebenen nötig gewesen und dennoch kann es natürlich auch zu Fehlern oder einem radikalen Umdenken führen – was aber dabei das Wichtigste ist, dass die Menschheit wieder angefangen hat nicht alles hinzunehmen wie es ist und wieder in Frage stellt, warum Was? Wie? Wo? passiert oder oder oder!

    Lia Pion
    Lia Pionhttp://www.liapion.de/
    Always between the wrong and the right! + Humanistin, Feministin + Journalistin, Autorin + Fashion Stylistin + Yogi

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